100-Volt-Technik

100-Volt-Technik

Effiziente Signalübertragung für große Beschallungsanlagen

In Bahnhöfen, Flughäfen und Einkaufszentren überbrücken Beschallungsanlagen häufig Hunderte von Metern Kabelstrecke, um zahlreiche Lautsprecher zu versorgen. Werden diese Strecken im klassischen Niederohm-Betrieb realisiert, sinkt die übertragene Leistung spürbar, und die Kabelkosten steigen deutlich. Genau hier setzt die 100-Volt-Technik an.

Was ist die 100-Volt-Technik?

Die 100-Volt-Technik ist ein Übertragungsverfahren für Audiosignale. Der Verstärker hebt sein Ausgangssignal nicht wie im Niederohm-Betrieb auf 4 oder 8 Ohm, sondern auf eine konstante Nennspannung von 100 Volt an. Ein im Lautsprecher integrierter Übertrager transformiert diese Spannung anschließend wieder auf die passende Impedanz des Chassis herunter. Die Bezeichnung „100-Volt-Technik“ beschreibt eine genormte Bezugsspannung, keine physikalische Konstante.

Vorteile gegenüber dem Niederohm-Betrieb

Bei gleicher Leistung sinkt mit steigender Spannung der fließende Strom. Das reduziert Leitungsverluste und ermöglicht dünnere, kostengünstigere Kabelquerschnitte selbst bei langen Übertragungswegen. Zudem versorgt eine einzige Verstärkerleitung zahlreiche Lautsprecher parallel, ohne dass sich die Gesamtimpedanz mit jedem zusätzlichen Lautsprecher verringert und den Verstärker überlastet. Im Niederohm-Betrieb entfällt zwar der Übertrager im Signalweg, das Verfahren eignet sich jedoch nur für kurze Distanzen und wenige Lautsprecher, wie etwa im Hi-Fi-Bereich. Für große, verzweigte Anlagen bleibt die 100-Volt-Technik die in der Praxis dominierende Lösung.

Leistungstappings und Dimensionierung

Jeder 100-Volt-Lautsprecher verfügt über einen Übertrager mit mehreren Anzapfungen, den Leistungstappings, beispielsweise 6 W, 3 W oder 1,5 W. Über diese Tappings lässt sich die Leistungsaufnahme jedes Lautsprechers unabhängig von den übrigen Lautsprechern der Linie festlegen. Bei der Planung gilt eine Grundregel: Die Summe aller eingestellten Leistungstappings darf die Nennleistung des Verstärkers nicht überschreiten. Üblich ist ein Sicherheitspuffer von 10 bis 20 Prozent, der Alterung und Bauteiltoleranzen abfängt.

Relevanz für EN 54-24-zertifizierte Anlagen

Sprachalarmanlagen nach EN 54-24 unterliegen strengen Anforderungen an die Überwachung der Lautsprecherlinien. Die Anlage muss Kabelbrüche und Kurzschlüsse automatisch erkennen und melden, damit Notfalldurchsagen im Ernstfall alle Bereiche erreichen. End-of-Line Widerstände am Ende jeder Lautsprecherlinie und eine kontinuierliche Impedanzmessung ermöglichen diese permanente Kontrolle, ein Kernbestandteil jeder normkonformen Sprachalarmanlage.

Alle ic audio Lautsprecher mit einem „T“ im Produktnamen besitzen einen integrierten 100-Volt-Übertrager und sind somit für den Einsatz in 100-Volt-Anlagen ausgelegt. Eine Übersicht unseres gesamten Sortiments finden Sie in unserem Produktkatalog.

Bild von Sascha Riedling
Sascha Riedling

EN 54-24 Expert

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